Gesund wollen wohl viele Eltern ihre Babys und Kinder ernähren. Aber trotzdem werden oft schon sehr früh Zuckerprodukte (und hiermit meine ich Produkte mit Industrie- und Haushaltszucker) gegeben. In meinem Umfeld gibt es spätestens am 1. Geburtstag den mit Zucker gesüßten Geburtstagskuchen. Wir haben uns gefragt: Muss das wirklich sein?!
Mein Mann und ich haben uns mit dem Thema Zucker – ja oder nein? viel auseinandergesetzt und sind zu dem Ergebniss gekommen: Zucker ist für Babies/Kleinkinder nicht notwendig und sogar schädlich (wie sehr der Zucker dem Kind schadet ist natürlich auch immer davon abhängig wieviel Zucker man gibt). Unsere Schlussfolgerung wurde von unterschiedlichen Untersuchungsergebnissen beeinflusst:
- Zucker kann zu 98% nicht vom Körper verwertet werden. Das heißt, dass der Körper nur von 2% des Zuckers profitiert und für die verbleibenden 98% zusätzliche Energie aufbringen muss, um den Zucker wieder aus dem Körper auszuscheiden.
- Zucker hemmt die Kalziumverwertung und führt sogar zu Kalziumverlust (und gerade bei Babies und Kleinkindern – aber auch bei Jugendlichen – läuft der Knochenaufbau, wofür Kalzium unentbehrlich ist, auf Hochtouren).
- Zucker macht süchtig (und deshalb ist auch fast allen Lebensmitteln Zucker zugesetzt – das wirkt sich höchst positiv auf den Geldbeutel der Anbieter aus)!
- Der Geschmackssinn wird vorallem in den ersten Lebensjahren geprägt und beeinflusst spätere Vorlieben stark.
- Während Babies noch 10.000 Geschmackszellen haben, haben wir als Erwachsene gerade nochmal rund 200. Kinder schmecken also viel intensiver als Erwachsene.
Viele mögen jetzt sagen: “Aber jedes Kind braucht doch Zucker!” Ja, das stimmt. Aber keiner braucht Industrie- und Haushaltszucker. Es gibt so viele gesunde Alternativen, die natürlichen Zucker (wie z.B. Fruchtzucker) enthalten. Aber auch die in Kartoffeln und Nudeln enthaltene Stärke wird im Körper in Zuckermolekühle umgewandelt. Es ist also nicht so, als würde jemand, der seinem Kind keinen “normalen” Zucker gibt, ihm jeglichen Zucker vorenthalten.
Dazu mögen es Menschen von Natur aus süß – schon die Muttermilch ist süß. Aber für mich gibt es hier eben den Unterschied zwischen natürlicher und industrieller Süße. Und es gibt wirklich sooo viele leckere und gesunde Alternativen; z.B. reines Obst, Rosinen, Datteln etc., aber auch Backrezepte (bei denen z.B. mit Banane und Datteln gesüßt wird). Es erfordert etwas Kreativität, wenn man sein Kind ohne Zucker erziehen und ihm trotzdem leckere und besondere Dinge anbieten möchte. Aber ich denke, es lohnt sich und ich kann nur alle Eltern zur (möglichst) zuckerfreien Ernährung ihrer Kinder ermutigen!
PS: Unser Sohn ist inzwischen knapp 15 Monate und wir versuchen natürlich weiterhin ihn zuckerfrei zu ernähren. Gleichzeitig möchten wir aber auch sehen wie es ihm (und uns) dabei geht, so dass dieser Weg für keinen zum Stress wird (dann vielleicht doch lieber ab und zu einen Keks oder ein Stückchen Schokolade… ich weiß es nicht.). Aber jetzt warten wir erst einmal ab…
Cornelia Unsinn sagte
Hallo
Wir sind eine kleine Familie Burghard ,Conni und Anna (5) die immer und immer wieder “gegen Windmühlen kämpft “.
In allen Zeitschriften und Medien liest man immer wieder ,Kinder esst keine Süßigkeiten , mehr Vollkornprodukte ,ausgewogene ,vorrangig frische Ernährung und wie sieht die Praxis aus? An jeder Ecke versucht man Süßigkeiten den Leuten förmlich aufzudrängeln , ob das mit kunterbunten Verpackungen ist oder hinterrücks in der Tüte zu finden , obwohl man sich doch nur ein T-Shirt gekauft hat , oder wenn ich mit meiner Tochter einkaufen gehe ” na meine kleine” und zack hat sie ne Tüte Haribo in der Hand .Wir versuchen schon seit Jahren unser Konzept durchzuziehen , aber seit Anna da ist um so mehr , weil einfach erwiesen ist ,das man sich viele Krankheiten und Zahnarztbesuche sparen kann.Anna isst von Anfang an gerne Bitterschokolade über 70% , am liebsten alles roh und das beste Eis das es gibt ,von Loverendale ( zum einen Bio und dann noch gesund da nur mit Reissirup gesüßt)Sie guckt zwar auch schon mal und fragt was die anderen Kinder da haben , aber sie stöhrt es nicht , weil sie die besten Sachen bei uns zu Hause bekommt .Es gibt wirklich für alles eine gute Alternative , wenn man nur die Muße hat danach zu suchen.Wir freuen uns über jeden Austausch und Inspirationen zu diesem Thema.
Grüße aus Dessau
von Conni
celiaenders sagte
Liebe Conni,
vielen Dank für Deine bzw. Eure Erfahrung mit dem Thema Zucker. Bei uns kommt es auch zunehmend vor, dass unserem Sohn (inzwischen 1 1/2 Jahre) Dinge mit Zucker angeboten werden. Ich versuche kein all zu großes Aufheben darum zu machen, tausche diese Süßgkeiten dann aber immer gegen etwas gesünderes ein. Das hat bis jetzt immer gut geklappt. Dafür ist es aber wichtig, nicht ohne gesunde Leckereien auf den Spielplatz zu gehen. Einfach das Geschenkte wegnehmen, wäre wohl auch nicht fair.
Wenn unser Sohn aber irgendwann mal darauf bestehen sollte, das Geschenkte zu behalten, dann wüßte ich nicht genau, was ich machen soll. Ich schätze, ich sollte es ihm lassen, oder?! Hast Du oder jemand anders da einen Tipp?
Liebe Grüße aus Mallorca,
Celia
Janina sagte
Liebe Conni,
ich bin sehr froh das ich deinen Bericht hier gefunden habe. Wir möchten unseren Sohn (7 Monate) “zuckerfrei erziehen”, doch leider steht die Familie meines Mannes nicht hinter der Sachen. Ständig müssen wir uns deswegen rechtfertigen und werden in sinnlose Diskusionen verwickelt. Ich wage es garnicht meinen Kleinen ein paar Minuten mit der Familie alleine zu lassen weil ich befürchte das er in dieser Zeit sofort einen Keks oder ähnliches bekommt.
Ich werde deien Text ausdrucken und Morgen auf dem Geburtstag meiner Schwiegermutter verteilen ( dein ich weiß das dieses Thema aufkommen wird). Meine Hoffnung besteht darin das sie durch deinen tollen Text entlich mal verstehen was Zucker anrichtet und das dieser keineswegs wichtig für Kinder und schon garnicht für Babys ist.
Liebe Grüße
Janina
Renate sagte
Hallo Janina,
mir geht es mit mit meiner Schwiegermutter ganz genauso. Hilfe!
Ich versuche dann auch mit sämtlichen Argumenten zu erklären… Erfolglos.
LG
Renate
Celia sagte
Hallo liebe “Mitstreiterinnen”
Unser Sohn ist inzwischen gute zwei Jahre alt und ab und zu akzeptieren wir die ein oder andere Süßigkeit (ein Keks oder Joghurt, aber keine Lutscher oder Haribo). Wir wollen einfach auch nicht, dass er ein “unnormales” Verhältnis zu diesen Dingen bekommt, sondern lernt damit gut (und gesund) umzugehen… und vorallem natürlich weiterhin einen guten/gesunden Geschmack entwickelt. Wenn er etwas älter ist, können wir ihm sicherlich auch noch besser erklären, dass Süßigkeiten nicht gut für Körper (vorallem nicht für Kinderkörper) und Zähne sind. Wir merken aber auch zunehmend, dass er die gesunde Süße von z.B. Rosinen, Obst oder Agave sehr mag und sie vielleicht sogar der ein oder anderen “richtigen” Süßigkeit vorzieht. Das ist schön zu sehen…
Zu dem Problem mit den Schwiegereltern ist mir noch ein Gedanke gekommen: Klar wollen Großeltern ihre Enkel verwöhnen, ihnen Gutes tun. Und die Idee Kinder (erst einmal) zuckerfrei zu ernähren ist ihnen oft neu, ungewohnt und teilweise auch nicht nachvollziehbar. Es würde sicherlich helfen ihnen mit Verständnis zu begegnen, wobei man trotzdem bei seinem Standpunkt bleiben kann, dass das eigene Kind KEINEN Zucker bekommen soll. Vielleicht könnte man ihnen direkt sagen, man akzeptiere, dass sie dieses Thema anders sehen und vorallem ihre Enkel verwöhnen möchten. Dazu könnte man ihnen eine Packung zuckerfreie Kekse o.Ä., die dem Kind besonders schmecken, zustecken, mit denen sie ihren Enkel ab und zu verwöhnen können.
Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass es (vorallem mit den Eltern und Schwiegereltern) oft nicht mehr um den eigentlich Zucker geht, sondern vielmehr darum, dass sie die Entscheidungen in Bezug auf unsere Kindererziehung respektieren und akzeptieren, oder?! So geht es zumindest mir…
Ich freue mich über jeden weiteren Gedankenaustausch zu diesem Thema!
LG,
Celia
Carolin sagte
Hallo ihr anderen Zucker-Thema-Interessierten,
mit meiner bald 17 Monate alten Tochter haben wir ähnliche Erfahrungen gemacht in puncto Zucker als Belohnung oder Trösterchen. Sogar der Kinderarzt, der allerdings nicht mehr lange ihr Kinderarzt sein wird, wollte ihr neulich ein kleines Tütchen Gummibärchen in die Hand drücken, als sie nach dem Blutnehmen so geweint hat. Auf das Einlenken meines Freundes, dass wir der Kleinen “sowas” noch nicht geben, meinte er nur lapidar, dass “man” herausgefunden hätte, man könne Zucker in Maßen bedenkenlos geben.
Nun, ich sehe das etwas anderes.
Interessieren würde mich allerdings sehr, wie ihr das gehandhabt habt mit dem Zucker. Besonders die Verfasserin des Posts könnte ihre Erfahrungen der letzten Monate mit dem Thema hier niederschreiben. Wann haben eure Kinder zum ersten Mal Zucker bekommen?
Grüße,
Carolin
mellipop sagte
Hallo,
zu spät habe ich diese seite entdeckt. unsere sohn ist bereits 18 monate halt und hat kuchen, gummibären und schokopudding schon kennen gelernt- im kiga
nciht glücklich drüber, aber man kann e snciht vermeiden, aber zu hause wollen wir weitgehend darauf verzichten…es gibt keine schoki für ihn, wenn dann ne rosine oder nen fruchtriegel
werd mir rezepte ausdrucken und nachmachen, denn man muss ja alternativen anbieten können.
lieben gruß
mellipop
Celia sagte
Hallo, hallo!
Ich freue mich immer wieder, wenn ich sehe, dass auch anderen Mamas und Papas sich mit dem Thema Zucker bei Babys auseinandersetzen. Ich wurde nach meiner Erfahrung der letzten Monate gefragt, deshalb hier ein kleines Update meinerseits:
Unser Sohn ist inzwischen drei Jahre und ich muss sagen, zu Hause gibt es immer noch (so gut wie) keine Zuckersachen. Mein Bauchgefühl sagt mir jedoch seit einiger Zeit (vielleicht 1 Jahr), dass ich unserem Sohn auch nicht ALLE Süßigkeiten, die er bei anderen sieht, vorenthalten will. Ich will nicht, dass es als Verbot herüber kommt und es dann möglicherweise nach hinten losgeht. Und irgendwie gönne ich ihm auch das Gefühl, ab und zu das gleiche wie die anderen Kinder zu haben. Ich merke, dass ihm das zunehmend wichtiger wird. Doch wenn er dann Kekse oder auch mal Kuchen isst, schaue ich trotzdem drauf, dass ich noch die “gesündesten” erwische. Ich versuche weiterhin Schokolade und ganz süße Dinge zu vermeiden. Lutscher gab’s erst 2x, Haribo noch nie. Ich biete ihm immer erst zuckerfreie Dinge an und wenn ich ihm dann sage, er kann z.B. 2 Kekse essen und dann ist gut, akzeptiert er das im Allgemeinen auch. Ich muss aber auch sagen, dass er, wenn er die Wahl zwischen süß und salzig hat, oft zum Salzigen greift (Kräcker oder auch mal Chips). Das freut mich natürlich sehr!
Inzwischen denke ich, dass es abgesehen vom Zucker im Allgemeinen auch SEHR darauf ankommt wie süß Dinge sind. Ich kann es auch mit Agavendicksaft oder anderen natürlichen Süßstoffen übertreiben. Wenn ich backe, versuche ich weniger zu süßen (natürlich auch, wenn ich mal Zucker nehme). Und die Sachen schmecken trotzdem sehr gut!
Mir ist noch etwas klar geworden: Ein weiterer positiver Nebeneffekt vom Zuckervermeiden ist, dass man so auch ganz viele andere ungesunde Zusatzstoffe, Fette etc. meidet. Zucker ist im normalen Supermarkt fast überall drin – und 1000 andere Dinge auch. Da gehe ich lieber auf Nummer sicher und kaufe im Bioladen oder – noch besser – mache die Dinge selbst.
So, ich hoffe, das hat Euch weitergeholfen.
Ich freue mich immer über Eure Erfahrung und hoffe, dass Ihr diese weiterhin mit uns teilt.
Alles Liebe,
Celia
kathy sagte
hallo zusammen,
unsere Tochter ist zwar erst 8 Wochen alt, aber man macht sich ja immer so seine gedanken.
Mich würde interessieren, wo man Rezepte bekommt, um zuckerfrei oder sehr zuckerreduziert kochen und backen kann.
gibt es dafür bücher?
ich bin da sehr unerfahren, da es mein erstes kind ist.
liebe grüße
kathy
Celia sagte
Hallo Kathy, erstmal noch herzlichen Glückwunsch zu eurer Tochter!
Wenn du zuckerfreie oder zuckerarme Rezepte möchtest, schau doch einfach mal hier auf dem Blog. Es sind nicht viele, aber du bekommst vielleicht ein paar Ideen und ein Gefühl dafür, wie man Zucker auf gesunde Weise ersetzen bzw. reduzieren kann.
Viel Erfolg!
Celia
signija sagte
Hallo,es ist wirklich toll,dass endlich viele einer meinung sind mit dem zucker,da ich wirklich mit meiner einstellung oft auf unverständiss gestossen bin…mein kleiner sohn noah piet wird jetzt 1jahr alt und bekommt keinen zucker,das ist einfach nicht notwendig bei so einem kleinen kind,es gibt wie schon jemand geschrieben hat natürlichen zucker.habt ihr auch schlechte erfahrungen gemacht mit euerer einstellung??ich musste mit teilweise sachen anhören,dass die kinder nur limo trinken,weil sie das andere nicht mehr trinken wollen und die kinder seien doch nicht dick,dann sei es doch ok….kann es leider alles nicht nachvollziehen…wuerde mich über euer erfahrungen sehr freuen
Lg.
Anne sagte
hallo signija,
ich habe ähnliche erfahrungen gemacht wie du. meine schwiegereltern haben gesagt dass jedes kind zucker braucht und haben sich über meine bitte, ihr keine gezuckerte sahne vom kuchen zu geben, einfach hinweggesetzt. ich habe mich sehr darüber geärgert, da es nicht nur um den zucker ging, sondern auch darum, dass sie nicht akzeptieren, was ich für mein kind möchte. sie sind auch der meinung dass es nicht schlimm ist, ihr anstatt wasser verdünnten fruchtsaft zu trinken zu geben. es ist ja in ordnung, wenn sie das bei ihren eigenen kindern so gemacht haben, aber ich habe nun mal eine andere einstellung dazu. wenn man die kleinen schon so früh an zucker gewöhnt, wo soll das dann hinführen? vor diesem hintergrund habe ich auch gar keine lust, meine tochter irgendwann allein bei ihnen zu lassen, weil ich weiß, dass sie sich über meine einstellung hinwegsetzen. vor dem kindergarten graut es mir ehrlich gesagt auch schon, wer weiß, was sie dort alles für zucker aufgetischt bekommt.
zum thema verwöhnen: ja, ich denke auch, dass oma und opa den kleinen nur was gutes tun wollen. dabei verstehen sie nicht, dass sie damit genau das gegenteil tun. und: ist es nicht irgendwie armselig, sich die liebe mit süßigkeiten zu “erkaufen”? ist zwar etwas hart ausgedrückt, aber ich denke, ihr wisst, was ich meine.
lg, anne